Neueinrichtung Blog

Blogeintrag vom 19. Mai 2013 aus Göteborg (Schweden)

 

 

So, vereinzelt bin ich befragt worden, einen kleinen Blog auf meiner Homepage zu publizieren, welchen ich auch nachkommen möchte. Ich bin jetzt ich knapp 3 Monate in Göteborg und da kann man ein kleines Fazit ziehen. Die Idee war es ursprünglich wöchentlich zu posten, aber das ist wohl zu optimistisch. Also ran kommen lassen.  So nun möchte ich die letzten 3 Monate Revue passieren lassen.

 

Wohnsituation

 

Beim finden von einer passenden Wohngelegenheit habe ich wahrscheinlich mein Glück für die nächsten Jahre aufgebraucht. Am 05. März hob der Flieger der Air Berlin in Berlin Tegel ab und landete sicher in Gothenburg Landvetter. Mit den Bus ging es dann in die Stadt und ich hatte dank der sehr guten Internetseite  couchsurfing.org die Gelegenheit zusammen mit den iranischen Bioinformatik Doktorand Amir in seinen 18 m² Zimmer in dem schönen Gibraltargatan zu wohnen. Die Gastfreundschaft von Amir war unglaublich, er lud mich sogar zum „Ghormeh Sabzi“ essen ein und zeigte mir die Stadt. An dieser Stelle noch einmal herzlichen Dank, lieber Amir!!!

 

Da diese 18 m² auf Dauer für 2 Personen doch etwas zu knapp bemessen waren, zog ich noch einmal um für den 10. März bis zum Ostermontag 01. April nach Ragakern Göteborg. Die Unterkunft war eher bescheiden, aber für 3 Wochen ganz ok. Lauft Verlautbarung von meiner Vermieterin sollte das Zimmer 12 m² haben. Ich hatte das große Vergnügen, meine Nachfolgerin für das Zimmer zu sprechen, ihr Büro ist direkt neben meinem. Sie vermaß das Zimmer und fand statt der versprochenen 12 m² nur 9. Viel bescheidener kann man nicht leben. Was noch ungünstig war, dass die Küche nur sehr schwach beleuchtet was darin mündete dass ich mir bei diesen schwachen Licht beim kochen in den Finger schnitt. Die Zusammensetzung der Wohngemeinschaft war sehr international, ich lebte mit Maria aus Italien, Patricia aus Venezuela sowie Patrick aus Bochum. Irgendwie war das eine komische Zeit, mein Zeitplan – und Gefühl waren völlig durcheinander. Ich habe bis 04.00 Uhr an einen Paper gesessen und dann bis Nachmittag geschlafen und nichts half diesen Rhythmus zu durchbrechen. Was fehlte war die regelmäßige Arbeit. Aber um den Rhythmus wieder auf ein geregeltes Arbeitsleben umzustellen habe ich genau 1 Tag benötigt.

 

So nach diesen 3 Wochen in Ragakern ging es zurück in den Gibratargatan, das ist wo ich mit Amir gelebt habe. Wir sind quasi Nachbarn. Das Zimmer ist ebenfalls 18 m² und ich habe es von den indischen Biotechnologie-Master-Studenten Avird angemietet. Besser hätte ich es nicht treffen können. Die Wohnung ist nur 15 Minuten Fußweg von der Uni entfernt, d. H. ich brauche weder Fahrrad noch Busticket. Preislich ist es weniger als die Hälfte von dem, was ich in Hamburg zahlte. Arvid hat eine ausgesprochene indische Gelassenheit. Der Zeitpunkt von unseren treffen sind meist nur sehr grobe Eckdaten, das kann schnell mal 1 oder 2 Stunden später werden. Jetzt versuche ich ihn schon seit einigen Wochen zu treffen um meinen Schlüssel für den Swimmingpool im Gibraltargatan freizuschalten, doch bis jetzt hatte ich keinen Erfolg. Heute war ich wieder um 15.00 verabredet, wobei ich der einzige von uns beiden war, der erschien. Genau das führt mich noch zu einen positiven Punkt für meine Unterkunft – da sind jede Menge Sachen inklusive. Das sind zum Beispiel ein Waschmaschinenraum der hier „laundry“ heißt, ein Billard Raum, ein Musikzimmer, ein Schwimmbad inklusive Sauna und ein großer Raum wenn man eine Feier hat. Also um das Thema wohnen abzuschließen: bei meinen Vorstellungsgespräch wurde mir prophezeit dass die Wohnungssuche extrem schwierig werden würde – also allet jut jelaufen, Alter!!!

 

 

Lebenshaltungskosten - Einkaufen

 

Schönes Thema – das einkaufen und essen. Beim Essen halte ich es wie immer immer – tagsüber nur ein wenig und abends richtig satt essen. Auf Arbeit gibt es eine Obst- und Kaffee Flatrate sowie häufig Kuchen, so kommt man über den Tag. Abends wird dann gekocht, der Döner hier ist nicht wirklich toll. Beim essen kaufen im Supermarkt kullern dann die Tränen – wegen der Preise. Nur ein paar Beispiele: eine 70 g Schale Feldsalat kostet 18 Kronen – ca., 2,40 €. Kürzlich leistete ich mir eine 0,25 l Flasche Bier für 12 Kronen – stolze 1, 50 €. Weiterhin hatte ich den Plan mir meine Nudelsosse mit ein paar Stückchen Rindfleisch zu veredeln. Da kam eine 300 gr. Schale Rindergulasch 150 Kronen – immerhin 18 €. Wohlgemerkt habe ich das alles im Willis gekauft, der so als billigster schwedischer Supermarkt gilt (es gibt auch Lidl und Netto). Ich habe mir jetzt angewöhnt einen großen Wocheneinkauf beim Lidl zu machen und dann punktuell nachzukaufen. Was in jeden Markt hier üblich ist ist die Süßigkeitenwand oder wie man das nennen darf. Es gibt in dieser Wand Fächer mit allen möglichen Süßigkeiten von Hariboartigen, Konfekt, Schokolade, Pistazien und so weiter für 60 Kronen / Kilogramm. Was ganz großer Mist ist hier das Thema Jogurt / Pudding. Das gibt es fast überhaupt nicht und wenn schmeckt nicht. Zum Glück gibt es im Lidl den Pudding & Jogurt wie aus Deutschland, das hält mich am Leben. Was ich noch schmerzlich hier vermisse ist die Ovomaltine, Kenner wissen was ich meine. Geschockt war ich auch bei meinen Frisörbesuch, um den man ja nicht drum rum kommt. Das es teurer wird war mir klar. Aber so heftig ... der Schnitt ohne waschen kam kam stolze 340 Schwedische Kronen, satte 40 €. Das ist mehr als das fünf fache als wie in Großschönau.

 

Aber es gibt auch positive Beispiele – der Fisch. Ich habe einen Fischhändler ausfindig gemacht, der von einen kleinen Wagen aus verkauft (wie vor dem Kaufland in Zittau).  Er hat genau 3 Fischarten im Angebot: Lachs, Rotbarsch und ein kleiner Fisch wo ich vermute das es Hering ist. Da bezahle ich für ein halbes Kilo besten Lachs und Rotbarsch 70 Kronen, ca. 8,50 €. Und die Qualität ist unglaublich gut, der Fisch landet ½ halbe Stunde nach Ankunft zu Hause in der Pfanne, frischer geht es nicht. Um das Thema abzuschließen, der Fisch ist hier deutlich billiger als der Feldsalat.

 

Essen – schlafen --- aää was war noch? Ach ja die Arbeit. Wenn ich eines gelernt habe in den 6 Wochen, dass ich das richtige studiert habe. Die Arbeit im Labor mit biologischer Materie wie Lipiden, Polysacchariden & Proteinen macht mir deutlich mehr Spaß als die ganzen Sachen die ich so die vergangenen Jahre gemacht habe. Im wesentlichen beobachte ich wie ein Enzym  (Phospholipase PLA2) den Lipiden der Zellmembran die Köpfe abtrennt, was auch als Ausgangspunkt für die Alzheimer Erkrankung gilt. Dies mache ich mit verschiedenen Mikroskopietechniken, bei der ich einzelne Lipisomen untersuche (siehe Abschnitt „Präparation von Lipidvesikeln“). Ich finde es enorm welche Strukturen man mit dieser Technik sichtbar machen kann, so ein Vesikel ist immerhin nur 0,000 000 1 Meter groß. Falls ich mal einen schönen Film habe, wie das PLA2 die Vesikelchen auffrisst werde ich es eventuell hier veröffentlichen. In meinen Büro bin ich meist allein, mein Zimmerkollege Erik taucht nur manchmal auf. Ansonsten haben wir ein riesiges großes rote Sofa wo man jeder Zeit sitzen und sich mit den Kollegen austauschen kann. Nach 7 Wochen an der Uni merke ich jetzt langsam das mein Englisch signifikant besser wird. So mache ich beim schreiben immer weniger Fehler und auch mein Sprachwortschatz immer breiter wird. Wir Deutschen stellen hinter den Schweden den zweit größten Block. Weiterhin arbeiten in unserer Gruppe Menschen aus Italien, Iran, Island, China und der Schweiz. Unter dem Strich bleibt festzustellen, dass der Start geglückt ist und mir die Arbeit großen Spaß macht.

 

Der letzte Abschnitt soll einen meiner Lieblingshobbys gewidmet werden – den Geld finden. Diese Leidenschaft wurde von mir 2010 entdeckt, als ich in Karlsruhe einen 10 € Schein gefunden habe. Seit dem habe in Deutschland bis Anfang 2013 ca. 50 € eingesackt. Wo ich das Geld finde? In oder vor Parkschein- Zigaretten- Fahrschein – und was auch immer für Automaten, auf der Straße und in Einkaufswagen. Auch die Schweden sind sehr vergesslich, und so finde ich alle 2 Tage irgendwo Geld. Hier die Zusammenstellung aller meiner Funde seit dem 05.03.2012:

 

 

1 x 10 Öre (Schweden)

 

4 x 50 Öre (Schweden)

 

18 x 1 Krone (Schweden)

 

4 x 5 Kronen (Schweden)

 

3 x 10 Kronen (Schweden)

 

2 x 20 Cent (Europa)

 

1 x 50 Cent (Europa)

 

1 x 50 Kronen (Island)

 

1 x 1 Zloty (Polen)

 

1 x 2 Kuna (Kroatien)

 

1 x 1 Rupee (Indien)

 

Und schließlich

 

2 x 50 Öre (Schweden) (Briefmarken)

 

 

So dass soll erst mal reichen. Ich wünsche euch allen einen guten Frühling und Start in den Sommer. Falls ich es schaffe werde ich vor dem Urlaub nochmal einen Block schreiben. In diesen Sinne: „Tschüssikowski“.

 

 

Noch etwas: Niemand ist unfehlbar. Falls ihr Rechtschreib oder Grammatikfehler entdeckt,  bitte kurze Nachricht über ds Kontaktformular.

 

 

To all english speaking visitors: I recommend to use google translation!!!

 

 

Bis bald / Kind regards

 

Thomas

 

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Sehr verehrtes Publikum,

 

es ist der Wunsch an mich herangetragen worden, wöchentlich einen kleinen Blog über mein Leben in Göteborg zu schreiben. Ich werde mich bemühen, diesen Wunsch Rechnung zu tragen.

 

Das soll für den Anfang genügen.

 

Hochachtungsvoll,

Th. Kaltofen